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Dienstag, 25. September 2012

Giant Glory 0 2013 Testbericht

Stefan Königsmayr, alter Bekannter am Downhill-Board und in der Österreichischen Downhill-Szene, hat am Wochenende sein nagelneues Giant Glory 0 in Schladming getestet. Hier sein erster Fahreindruck.

Text: Stefan Königsmayr. Fotos: LFA


Am Freitagnachmittag endlich angekommen und schnellstmöglich fertig zusammengebaut, steht es nun vor mir, das neue und erste 2013er Glory 0 in Österreich. Im Vergleich zum 2012er sind die Veränderungen an der Geometrie mit freiem Auge sichtbar. Länger, tiefer, flacher und meiner Meinung nach optisch hochwertiger.

Giant Glory 0 2013: Länger, tiefer, flacher und hochwertige Ausstattung [Galerie]

Die massiven 2,5er Schwalbe Muddy Marys stechen einem sofort ins Auge, ein wenig überdimensioniert wie ich meine. Ansonsten ein sehr stimmiges Bild. Mehr über die Ausstattung aber später.

Am nächsten Morgen geht es für zwei Tage ab nach Schladming auf die Weltcupstrecke zum Testen. Wenn es eine geeignete Strecke gibt, um in kurzer Zeit viel über ein Bike zu erfahren, dann dort. Am Parkplatz wird der Rest der Gruppe begrüßt und sofort das neue Bike unter staunenden Blicken ausgeladen. Man hört „schön“, „steht wirklich gut da“ oder „eine geile Kiste“.

Und schon geht’s mit der Gondel rauf auf die Planai. Beim Aufhängen auf den Haken fühlte es sich an, als ob ich einen Freerider in den Händen halte. Später gewogen bestätigte sich das positive Gewicht von rund 17kg mit Pedalen.

Steve styled über die Double Gabs auf der Weltcup-Strecke in Schladming. [Galerie]

Die erste Fahrt

Schon beim ersten Aufsitzen vermittelt das Glory „out-of-the-box“ eine Wohlfühlatmosphäre. Die Abstände und die Sitzposition passen.

Weil es die erste Fahrt mit einem neuen Bike war, machte ich das Schlusslicht - man weiß ja nie. Bereits nach den ersten Kurven wusste ich, dass diese Vorsicht unbegründet war, denn es kam mir vor als wäre ich nie auf einem anderen Bike gesessen. Der Speed war auf Anhieb vorhanden und mein Selbstvertrauen und das Vertrauen in das Bike lagen sofort bei 100%.

Sofort bemerkbar war das gutmütige und doch agile Verhalten in der Luft, denn „Airtime“ hat man ja in Schladming genug. Jetzt weiß ich, warum Danny Hart solche Whips rausfeuert: weil es Spaß macht!

Der Hinterbau arbeitet im Vergleich zu meinem letzten Bike (Eingelenker) sehr sensibel und wird zum Ende hin schön progressiv, aber das sollten alle wissen, die schon mal mit einem Maestro System unterwegs waren. Bremswellen werden mit einer vertrauenserweckenden Ruhe, ohne beim Anbremsen zu stempeln, geschluckt. Fazit: später bremsen!

Das relativ tiefe Innenlager (35,2 cm gemessen mit den 2,5er Muddy Marys!) katapultiert das Bike aus jeder Kurve, sodass man mit sehr wenig Kraftaufwand gute Schräglagen erzielen kann. „Point and Shoot!“

Auf dieser schnellen Strecke bringt der relativ lange Radstand (gemessen 119,7 cm in Größe M) sehr viel Ruhe und Stabilität mit sich, ohne dass man dabei das Gefühl hat, nicht um die teils sehr engen Kurven zu kommen. Im Gegenteil, schnelle Richtungswechsel bei Switchback-Anliegern sind definitiv eine Stärke des Glory.

Über den Vivid R2C kann ich nicht viel sagen, außer dass er unauffällig arbeitet und das ist meiner Meinung nach für einen Dämpfer eine gute Kritik. Er tut das was er soll, nämlich das Bike unter Kontrolle halten. Die verbaute 450er Feder passt für mein Gewicht von 74kg inkl. Montur ziemlich genau. Eventuell könnte ich eine 500er probieren.

Step Down in Schladming [Galerie]

Auch bei den folgenden Fahrten bestätigte sich der gute Eindruck, und vor allem die perfekte Geometrie und die Performance des Hinterbaus sind überwältigend.


Die Ausstattung

Sram X0, Boxxer Worldcup, DT 240er Naben, Avids neue X0 Trail Bremse - vom Feinsten.

Von Anfang an positiv überraschten mich die neuen X0 Trail Bremsen, welche nach nur kurzer Einfahrzeit sehr kraftvoll und doch dosierbar arbeiteten. Leider kamen sie nicht entlüftet. Da die Strecke auf der Planai den Bremsen alles abverlangt, bin ich beeindruckt, dass die kleine 180er Bremsscheibe hinten ihren Job gut verrichtete. Trotzdem würde ich mir auch hinten serienmäßig eine 200er Scheibe wünschen.

Die neuen X0 Trail Bremsen [Galerie]

Dass ein X0 Schaltwerk mit einem X0 Hebel gut funktioniert, brauche ich nicht erwähnen. Interessiert hätte mich jedoch das neue Typ 2 Schaltwerk, welches leider nicht verbaut wurde.

An der Front arbeitet die Boxxer Worldcup von Anfang an für eine Luftgabel sehr feinfühlig und mit weniger Reibung an den Buchsen als meine alte 2011er.

Da ich vorher schon vom Gewicht berichtet habe, bin ich gespannt, was die Waage zeigen wird, wenn die massiven Maxxis DH Schläuche gegen normale XC Schläuche getauscht und „normal“ dimensionierte Reifen montiert werden. Eine Titanfeder wäre der nächste Schritt in Richtung 16kg. Gewichtsmäßig kann das Glory 0 locker mit seinen Carbon Konkurrenten mithalten.

Hochwertige Komponenten, wie die X0-Carbon-Kurbel schmücken das Glory 0 [Galerie]

Die Laufräder sind mit den 240er Naben und den EX 500er Felgen sehr leicht, jedoch empfehle ich die Speichenspannung nach den ersten Fahrten zu kontrollieren und die Nippel einzukleben.

Im Auslieferungszustand bemerkt man, dass die Front etwas hoch bemessen ist, was daran liegt, dass unter der oberen Gabelbrücke zwei Spacer platziert sind. Leider kann ich ohne Kürzen des Schaftes keinen Spacer nach oben geben, da der Giant Factory Vorbau dies konstruktionsbedingt nicht zulässt. Positiv ist hier aber anzumerken, dass der Vorbau von 45mm auf 55mm verstellbar ist.

Der Vorbau des Glory 2013 ist zwar längenverstellbar, aber schränkt konstruktionsbedingt die Höhenanpassung etwas ein. [Galerie]

Fazit

Ein sehr gelungenes Bike, mit einer Top Ausstattung und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Geometrie Updates sind sehr willkommen, ohne dabei zu extrem auszufallen. Draufsetzen und wohl fühlen, Spaß haben oder einfach Rennen gewinnen!

Lediglich kleine Details, wie zum Beispiel die 180er Bremsscheibe hinten oder die Zugverlegung am Unterrohr sind zu bemängeln.


Preise

Komplettbike Glory 0 2013: 5.199,- Euro
Frameset Glory 0 2013: 2.099,- Euro

Weitere Fotos vom Giant Glory 2013 in der Rangers-Galerie
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