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Dienstag, 17. Mai 2011

Semmering Wochenende

Am Samstag und Sonntag war ich endlich mal wieder am Semmering. Letztes Jahr ist es sich leider wegen mehr oder weniger schönen Dingen (Kanada-Trip, gebrochene Hand) nicht ausgegangen. Persönlich gefällt mir grad der Downhill am Semmering sehr gut - auch weil er sich doch von den Strecken bei uns im Salzburger Raum unterscheidet. Erstens ist er weniger steil als viele Strecken bei uns und zweitens ist der Untergrund sehr steinig. In einigen Passagen fährt man nur auf festen und lockeren Steinen. In Salzburg findet man längere Steinpassagen am ehesten noch im ersten Wald der X-Line in Saalbach oberhalb der Mittelstation.

Flacheres Gelände tut einer Strecke durchaus gut, weil man eine flowigere Streckenführung wählen kann und man beim Fahren nicht ständig auf der Bremse sein muss.

Für uns aus dem Westen hat sich das Wochenende für einen Semmering-Besuch angeboten, weil unsere Parks erst ab den kommenden Wochenenden aufsperren und wir so schon für die Staatsmeisterschaften am Semmering Ende Mai trainieren konnten (wenn auch - so wie ich - nur für die Hobby-Klasse). Aufgrund des kommenden Rennens hat man auch entsprechend viele Racer gesehen, die sich die Strecke ganz genau angeschaut haben, um optimale Linien zu finden.

Die Liniensuche hat sich aber hauptsächlich auf ein paar wenigen Streckenabschnitten abgespielt, weil es auf der Downhill-Strecke prinzipiell nur zwei größere Änderungen gab.

Meinen Vorsatz, mir erstmals gemütlich die Strecke anzusehen, musste ich schnell ad acta legen, als mir beim Anstellen gleich mal Perkelino über den Weg lief: "Nix anschauen - mir nachfahren! Hat da Rü mit mir auch gemacht!" (Rü: Rüdiger Jahnel Anm.) Na sehr super! Aber er hat sich etwas zurückgehalten und so konnte ich mir gleich ein paar Linien abschauen und habe vergleichsweise schnell wieder ins Fahren reingefunden.

Perkelino hat mir übrigens wieder etwas mitgegegeben. Am Dienstag Abend gibt's dazu mehr zu lesen!

Aber zurück zu den Streckenänderungen am Semmering:

Bisher ist man beim ersten Wald nach dem großen Rechtsanlieger und dem Double wieder kurz auf die Piste hinaus gekommen. Jetzt folgt direkt nach dem Double ein Step-Down-Corner-Jump direkt in einen Links-Anlieger.

Den Sprung muss man sich jedenfalls ansehen. Am besten scheint möglichst weit rechts zu springen, sodass man für den Anlieger einen großen Radius hat. Extra schnell muss man nicht sein. Problematisch ist etwas das Timing, weil man für den Double davor schon viel Geschwindigkeit braucht und sich dann sofort auf den Sprung einstellen muss. Den Sprung kann man allerdings auch innen oder (besser) außen umfahren.

Beim ersten Versuch bin ich zu weit und zu weit innen gesprungen und bin somit gleich im Netz hinter dem Anlieger gelegen. Den Löchern im Netz nach zu urteilen, dürfte ich aber nicht der erste gewesen sein. Ab dem zweiten Versuch hat's aber immer geklappt.

Der Double in der Anfahrt zum neuen Step-Down Corner-Jump. Manch einer hat den Double auch ausgelassen und ist rechts vorbei, um eine bessere Line oder ein besseres Timing für den Step Down zu haben. [Galerie]

Der Step-Down. Die Höhe oder Weite ist kein Problem. In Kombination mit dem anschließenden Anlieger aber durchaus interessant. [Galerie]

Auch die schnellste Dame in Österreich - Petra Bernhard von Alpine Commencal - trainierte für die Staatsmeisterschaften, die am 28./29. Mai stattfinden. [Galerie]

Nach dem Step Down sind ein paar etwas engere aber unproblematische Kurven auf Wurzeln und weichem Waldboden. Anschließend gelangt man wieder in die bekannte Linieführung.

Extreme Schräglage von Mario Arn in einer Rechtskurve im ersten Wald. [Galerie]

Die zweite Änderung betrifft die Querung vom ersten Wald bis zur Brücke. Direkt nach dem Sprung von der Skipiste in den zweiten Wald wurde rechts rauf ein Step-Up-Sprung mit anschließenden Links-Rechts-Anliegern eingebaut.

Neuer Step-Up in der längeren Querung. [Galerie]

Der Rest der Downhill-Stecke ist gleich geblieben. Vor und nach dem Ziel-Table wurden noch ein paar Anlieger angelegt, vermutlich um die Geschwindigkeit für die Einfahrt in den Zielbereich zu drosseln.


Dass am Wochenende das Wetter nicht halten würde, hat sich im Vorfeld schon abgezeichnet. Aber wenn man zumindest hin und wieder mal ein Rennen fährt, muss man auch im Regen trainieren. Leider gab's auch schon am Samstag frühen Nachmittag ein Gewitter mit heftigen Schauern. Aber die Kraft hat sowieso ungefähr zur gleichen Zeit nachgelassen, als dann auch die Handschuhe nass waren und die Brille angelaufen ist.

Ich hatte mich zwar noch auf die Liste zum Testen eines Canfield Brothers Formular One Jedi setzen lasse, aber nachdem ich total nass war, fehlte mir die Motivation. Überrascht war ich, wie steif der Hinterbau im Vergleich zu meinem Intense 951 war. Da lagen echt Welten dazwischen. Auch Gö hat mir dann später erzählt, dass Kona jetzt größere Lager verwendet. Der Hinterbau war ebenfalls viel steifer als meiner.

Am nächsten Morgen begrüßte uns Michi "Gö" Gölles gleich mit einem breiten Grinser. Er hatte die Runs der Bikepark-Crew übernommen, um zu sehen, ob die Strecken nach dem Regen noch in Ordnung waren.

Ja - der Downhill am Semmering im Regen kann echt was. Wir und eine kleine eingeschworene Downhiller Fraktion hatten echt Spaß! Beim Pause-Machen wurde es zwar schon sehr kalt, aber glücklicher Weise hielt sich der Regen von oben eher zurück.

Vor dem Heimfahren testeten wir noch kurz den Freeride und den Sweet & Sexy-Trail an. Allerdings war dann wegen der Kälte doch schon etwas die Lufter heraußen und durch den tiefen Boden waren ein paar Stellen schon etwas mühsam, weil man so gebremst wurde.


Wir sehen uns dann in zwei Wochen wieder am Semmering bei den Österreichischen und Ungarischen Staatsmeisterschaften!

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Vielen Dank an .maraio./Flatout Racing für das Zurverfügungstellen der Fotos.

Fotos: